„Grundversorgung statt Profit“ –SPÖ will Wasser im Bezirk Ried schützen
Grassierende Trockenheit
Österreich erlebt das trockenste Frühjahr seit Messbeginn im Jahr 1858. Die Folge sind Waldbrände, abgedrehte Dorfbrunnen und sehr niedrige Grundwasserspiegel bis hin zu Versorgungsengpässen. Gleichzeitig gerät die Landwirtschaft massiv unter Druck. Der Weizen wächst nicht mehr so, wie er soll und das Futtermittel für Tiere wird knapp. Die anhaltende Trockenheit lässt Böden, Wälder und Gewässer austrocknen und stellt uns vor große Herausforderungen. Das ist kein Zufall. Durch die Klimakrise nehmen die Extremwetterereignisse zu. Das bedeutet längere Trockenheit, stärkere Unwetter und häufigere Überschwemmungen. Ja, auch im Bezirk Ried. Studien von Greenpeace und dem Umweltbundesamt zeigen, dass in den kommenden Jahrzehnten österreichweit über 470 Gemeinden von Wassermangel betroffen sein könnten und die Grundwasserressourcen bis 2050 um 23 Prozent schrumpfen könnten. Die SPÖ setzt sich auf allen Ebenen für den Schutz unseres Klimas, unserer Natur ein. Wir wollen die Trinkwasserversorgung zukunftsfit machen und für unsere Regionen nachhaltig absichern.
Wasser-Situation im Bezirk Ried
Das Innviertel ist eine der am stärksten von der Trockenheit betroffenen Regionen ganz Österreichs. An der Messstation in der Marktgemeinde Reichersberg wurden nur 11 Liter Regen pro Quadratmeter anstatt der sonst üblichen 53 Liter im langjährigen Durchschnitt gemessen. Sie war damit die trockenste Station in ganz Oberösterreich. Auch in der Bezirkshauptstadt Ried im Innkreis fiel mit rund 17 Litern nur ein Viertel der sonst üblichen Regenmenge. „Gerade für das Innviertel als landwirtschaftliches Herzstück Oberösterreichs muss das ein Alarmsignal sein. Die Trinkwasserversorgung ist im Bezirk Ried zwar grundsätzlich gesichert. Die Grundwasserstände verzeichnen aber durch die anhaltende Trockenheit historische Tiefstände. Wir müssen jetzt handeln, bevor in den Gemeinden die Brunnen trockenbleiben!“, warnt Bundesrat Sebastian Forstner.

Bundesweiter SPÖ-Plan zum Schutz unseres Wassers
Um für künftige Trocken-Perioden vorzusorgen, hat die SPÖ ein umfassendes Maßnahmenpaket erarbeitet. SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr betont dazu: „Die Trockenheit wird uns in Zukunft immer häufiger beschäftigen. Wasser ist öffentliche Grundversorgung, in Zeiten der Knappheit soll damit kein Profit gemacht werden. Wir haben einen Plan, um unsere Wasserversorgung nachhaltig abzusichern. Setzen wir ihn gemeinsam um!“
Diesen Plan will Bezirksvorsitzender Bürgermeister Fritz Hosner auch für den Bezirk Ried vorantreiben.
Grundversorgung statt Profit – SPÖ will Wasser schützen
Folgende Punkte sind der SPÖ dabei besonders wichtig:
- Wasser gehört allen. Trinkwasser ist ein öffentliches Gut und muss in öffentlicher Hand bleiben. Die SPÖ lehnt jede Privatisierung unseres Wassers klar ab.
- Trinkwasser zuerst. Die Trinkwasserversorgung muss bei Wassermangel klaren gesetzlichen und entschädigungsfreien Vorrang vor anderen Nutzungsarten haben.
- Neue Wasserstrategie. Die Trockenheit wird Thema blieben. Es braucht klare Pläne für Versorgungsengpässe! Eine „Österreichische Wasserstrategie“ unter breiter Einbindung von Expert:innen und der Zivilgesellschaft soll Abhilfe schaffen. Zusätzlich muss die Rolle der Gemeinden gestärkt werden: Sie tragen die Verantwortung für die Trinkwasserversorgung und brauchen Rechtssicherheit.
- Transparenz bei Großverbrauchern. Wenn wir zuhause den Wasserhahn aufdrehen, läuft der Wasserzähler mit. Bei der Landwirtschaft und Industrie ist das nicht so. Wer in welcher Region wie viel Grundwasser genau entnimmt, liegt im Dunkeln. Das wollen wir ändern. Nur wenn wir wissen, wo wie viel Wasser von großen Verbrauchern entnommen wird, können wir vorausschauend planen.
- Flexiblere Bewilligungen. Unter schwarz-blau wurden die Maximaldauer für Wasser-Bewilligungen für die Landwirtschaft von zwölf auf 25 Jahre verlängert. Das beschränkt den Handlungsspielraum, um in Krisenzeiten die Versorgung abzusichern. Wir wollen die Dauer der Bewilligungen für Großverbraucher überprüfen und gegebenenfalls verkürzen.[1]
- Entschlossener Klimaschutz. Die Klimakrise ist die Quelle der Trockenheit. Wer unser Wasser schützen will, muss auch konsequenten Klimaschutz machen. Die SPÖ setzt sich deshalb für ein ambitioniertes Klimagesetz und den Ausbau der Erneuerbaren Energie ein.
[1] Auch der Rechnungshof sagte 2024: „Eine nachhaltige Verteilung der begrenzten Ressource Wasser kann über einen Zeitraum von 25 Jahren nicht gesichert werden, auch allfällige Ressourcenkonflikte sind über einen derart langen Zeitraum nicht vorhersehbar.“