Stadt Ried
Leere Versprechungen werfen Schatten auf Einkaufszentrum
RIED. Die Umsetzung des mit viel Tamtam propagierten innerstädtischen Kastner-&-Öhler-Einkaufszentrums sollte eigentlich schon längst stattfinden, doch inzwischen wird die Realisierung dieses Vorhabens von vielen Seiten angezweifelt.
Projektmanager Reinhard Wittreich richtet zwar via Sonntagszeitung der Öffentlichkeit aus, dass intensiv an der Weiterentwicklung des Projekts gearbeitet werde und dass alle verantwortlichen Organe der Stadt über sämtliche Vorgänge informiert seien, doch SP-Vizebürgermeister Michael Steffan kann dies nicht bestätigen: „Entweder spricht der Projektmanager nicht die Wahrheit, oder Bürgermeister Albert Ortig gibt wesentliche Informationen an die maßgeblichen Gremien nicht weiter. Weder Bauausschuss noch Stadt- und Gemeinderat haben aktuelle Details oder neue Informationen über das Projekt vorliegen.“
Für Michael Steffan drängt sich ein Verdacht auf: „Bei den Plänen für das sogenannte City-Center handelt es sich möglicherweise um ein Verhinderungsprojekt, mit dem man sich eventuelle Konkurrenz, die aus einem Einkaufszentrum am Messegelände entstehen könnte, vom Hals halten möchte.“
Vom intensiven Vorantreiben des Kastner-&-Öhler-Projekts war übrigens auch bereits im Dezember die Rede, als Manager Wittreich verlauten ließ, gleich nach den erforderlichen Umwidmungen durch den Gemeinderat loszustarten. Wittreich sagte damals zum Ankauf der benötigten Grundstücke: „Es wird zu keinen Optionsverlängerungen mit den Anrainern kommen, denn das würde ein Ende des Projekts bedeuten.“
Mittlerweile sind eben diese Grundstücksoptionen mit den betroffenen Anrainern um zwölf Monate auf 30. Juni 2010 verlängert. Frei nach Konrad Adenauer, der einst sprach: „Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern.“
Ähnlich dürfte es sich mit den finanziellen Möglichkeiten des Projektbetreibers verhalten. Michael Steffan: „Ich glaube Herrn Reinhard Wittreich die 60 Millionen Euro, die man für das City-Shopping-Center bereitstellt, längst nicht mehr. Denn warum wurden unlängst mit Regionalbanken Gespräche über deren mögliche Beteiligung an diesem Projekt geführt?“