LAbg. Christian Makor
SP – Landtagsabgeordneter Christian Makor-Winkelbauer:
OÖ Grüne tauschen Umwelt-Grün gegen Lagerhaus-Grün
Makor: "SP gegen höhere Beimischung von ökosozial höchst problematischem Agro-Sprit!"
SP-Landtagsabgeordneter und Umweltsprecher Christian Makor-Winkelbauer reagiert verständnislos auf die grüne Ablehnung des SP-Dringlichkeitsantrages ‚Gegen eine Erhöhung der Beimischung von Agro-Treibstoffen‘ bei der heutigen Landtagssitzung: "Während die Bundes-Grünen erst kürzlich wieder lauthals die sofortige Aufhebung der Biosprit-Zwangsbeimischung und die Einstellung der Förderungen für Agrartreibstoffe und Biospritanlagen forderten, finden Oberösterreichs Grüne den Antrag gegen die ökologische und soziale Fehlentwicklung nicht dringlich."
Biosprit galt lange Zeit als regelrechte Wunderwaffe zur Verringerung von Treibhausgasen – inzwischen aber ist klar, dass nur ein kleiner Bruchteil der Agro-Treibstoffe wirklich ökologisch nachhaltig produziert wird. Internationale Studien kamen in den letzten Monaten zum Ergebnis, dass Agro-Treibstoffe sogar stärkere Emissionen von Treibhausgasen verursachen als fossile Treibstoffe. Denn der überwiegende Teil des sogenannten ‚Biosprits‘ stammt von riesigen Monokultur-Plantagen in den Entwicklungsländern, die mit Brandrodung und unter Einsatz von Unmengen von Dünger unter hoher ökologischer Belastung der Böden und des Grundwassers vordergründig kostengünstigen Biosprit herstellen. Ebenso wird der enorme Anstieg der Lebensmittelpreise am Weltmarkt von FAO und OECD zu einem wesentlichen Teil auf die Produktion von Agro-Sprit zurückgeführt, auch der Internationale Währungsfonds bezeichnet dies als "moralisches Problem" und warnt vor Hungerrevolten.
"Agro-Treibstoff in der derzeitigen Form bedingt ökologisch, sozial und humanitär desaströse Folgeerscheinungen. Von einer weiteren Erhöhung der Beimengung muss daher abgesehen werden", fordert Makor. Anstatt die SP in dieser Forderung vorbehaltlos zu unterstützen, wie man es erwarten könnte, stellen die Grünen lieber ihre Grundsätze im koalitionären Ehebett mit der ÖVP zurück. "Sie tauschen ihr ursprüngliches ‚Umwelt-Grün‘ gegen ein nunmehriges ‚Lagerhaus-Grün‘, indem sie dieser ernsten Problematik unter absurden Ausreden keine Dringlichkeit bescheiden", kritisiert Makor.