Jugendzentrum und Skaterhalle
Jugend vor verschlossenen Türen
RIED. Ausgerechnet dann, wenn die Jugendlichen die meiste Freizeit haben, stehen ihnen „ihre“ öffentlichen Einrichtungen nicht zur Verfügung, sind die Türen des beliebten Jugendzentrums und der gut frequentierten Skaterhalle verschlossen.
Dieser Ist-Zustand ist Erich Rohrauer, Obmann des Sozialausschusses, schon lange ein Dorn im Auge: „Die Bedürfnisse der jungen Leute werden von der Stadt Ried einfach ignoriert“, kritisiert der SPÖ-Stadtrat die amtlichen Öffnungszeiten: „Gleich nach Mittag, wenn viele noch in der Schule oder in der Arbeit sind, ist geöffnet, am Abend oder am Wochenende allerdings nicht!“
Ohne zusätzliches Personal wird sich an der bestehenden Situation nichts ändern, dessen ist sich der sozialdemokratische Kommunalpolitiker bewusst: „Mit den zwei zur Verfügung stehenden Jugendbetreuern ist das nicht bewältigbar“, unterstreicht er seine vielfach geäußerte Forderung, den Betreuerstab aufzustocken.
Nicht unproblematisch ist auch die auffallend hohe Personalfluktation bei den Rieder Jugendbetreuern. Diese führt dazu, dass zwangsläufig wenig Kontinuität in der Betreuungsarbeit herrscht. „Ständig hat die Jugend neue Ansprechpartner, die sich auf die Gegebenheiten erst einstellen müssen“, zeigt Erich Rohrauer auf.
Und noch etwas stört den Obmann des Sozialausschusses: „Die Rieder Jugendlichen werden zwar immer um ihre Wünschen und Anregungen gefragt, geht es aber um die Umsetzung, bleibt von den ihnen versprochenen Vorhaben und Projekten nicht viel übrig. So ist es nicht verwunderlich, dass sich bei jungen Menschen immer mehr Politikverdrossenheit breit macht.“
Bildtext:
Erich Rohrauer, Obmann des Rieder Sozialausschusses, zu Besuch beim neuen Jugendbetreuer Philipp Roithinger.