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Gedenken an den 12.02.1934

Eberschwang:
Gedenken an den 12. Februar 1934

Im Gedenken an die beim Feburar-Auftstand im Kohlerevier Wolfsegg erschossenen und  in Eberschwang beigestezten Schutzbündler  Josef SKRABAL, Josef ZEILINGER und Johann LOBMEIER legten gestern, 12.2.08, SPÖ-Bezirksvorsitzender Landtagsabgeordneter Christian Makor und Eberschwangs Bürgermeister Josef Bleckenwegner einen Gedenkkranz nieder.
Man werde dieser Kämpfer für Freiheit und Demokratie immer ein ehrendes Andenken bewahren, beteuerten die beiden sozialdemokratischen Politiker in einer Gedenkminute.
Am 12. Februar 1934 kam es in Österreich zum Bürgerkrieg. Österreicher schossen auf Österreicher, weil Teile der Arbeiterschaft die Errichtung der Diktatur durch Bundeskanzler Engelbert Dollfuß aufhalten wollten. Nach einer gezielten Provokation, der polizeilichen Durchsuchung des Parteihauses der Sozialdemokraten in Linz, griffen Angehörige des Republikanischen Schutzbundes zu den Waffen. Doch der erhoffte Massenaufstand blieb aus, der Aufruf zum Generalstreik wurde kaum befolgt. Überdies war der sozialdemokratische Wehrverband schlecht vorbereitet.
Sogleich nach Meldung vom Kampfbeginn in Linz wurde der Schutzbund im Hausrucker Kohlenrevier mobilisiert, es sammelten sich aber nur mehr Teile davon. Nach der Entscheidung, sich in Holzleithen zu konzentrieren, wurde dort alles für die Verteidigung vorbereitet. Man blockierte die Bahnlinie Attnang – Ried beim Hausrucktunnel. Am Nachmittag kam es auf der Innviertler Seite des Hausrucks zum ersten heftigen Schusswechsel, das Bundesheer konnte zum Rückzug gezwungen werden. Gegen Abend gelang aber der nun verstärkten Heereseinheit über den Hausruck bis nahe Holzleithen vorzustoßen, wo sie wieder vehementer Widerstand erwartete. Im Arbeiterheim wurde daraufhin ein Waffenstillstand geschlossen, das Bundesheer zog sich zurück. Drei Schutzbündler, die abends Nachschau hielten, wurden von Soldaten tödlich getroffen.
Am Morgen des nächsten Tages kam es zu einer Schießerei mit einer Heimwehreinheit nahe der Kolonie Thomasroith. Aus Richtung Vöcklabruck rückten auf Holzleithen zur selben Zeit Bundesheer, Gendarmerie und Heimwehr zu, die in Hausruckedt auf den Schutzbund trafen. Die Heereseinheit aus Ried stieß hinzu und so gerieten die Schutzbündler in eine Zange, die sie zur endgültigen Aufgabe zwang. 
Im Anschluss stürmten Soldaten das Arbeiterheim in Holzleithen, in dem sich nur mehr Frauen, Kinder und Schutzbund-Sanitäter befanden. Sechs Männer wurden auf die Saalbühne gestellt und dann wurde geschossen. Vier starben im Kugelhagel, zwei überlebten schwer verletzt. Am 14. Februar war der opferreiche Widerstand im Kohlenrevier beendet.
Binnen drei Tagen schlugen Militär, Polizei, Gendarmerie und Heimwehrverbände die Erhebung nieder. Offiziell kosteten die Februarkämpfe die Schutzbündler fast 200 Tote und mehr als 300 Verwundete, die Exekutive beklagte 128 Tote und 400 Verwundete. Neun Schutzbundangehörige wurden standrechtlich zum Tode verurteilt und hingerichtet, unter ihnen Georg Weissel, der Schutzbundführer von Bruck an der Mur Koloman Wallisch und der Hietzinger Karl Münichreiter.
Dem Aufstand war ein Jahr der autoritären Politik vorangegangen, in dem Dollfuß die Demokratie Stück für Stück beseitigt hatte. Im März 1933 wurde das Parlament ausgeschaltet, der Republikanische Schutzbund verboten, die traditionellen Aufmärsche der Arbeiterbewegung am 1. Mai untersagt und die sozialdemokratische Arbeiter-Zeitung von nun an einer Zensur unterzogen. Im Mai 1933 wurde die KPÖ verboten. Im September 1933 verlangte Dollfuß in einer Rede am Wiener Trabrennplatz einen christlichen Staat auf ständischer Grundlage unter autoritärer Führung. Am 1. Januar 1934 wurden die gewählten Leitungen der Arbeiterkammern aufgelöst. Am 23.Januar wurde die Arbeiter-Zeitung verboten.
All dem hatte die Führung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei tatenlos zugesehen, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Doch diese vielkritisierte „Kapitulationspolitik“ verhinderte nicht dessen Ausbruch. Und Dollfuß packte die Gelegenheit beim Schopf: Obwohl die Partei dazu aufgerufen hatte, nicht zu kämpfen, wurde sie samt ihrer zahlreichen Nebenorganisationen aufgelöst, ebenso die Freien Gewerkschaften. Alle Arbeiter- und Parteiheime wurden beschlagnahmt. Sozialdemokratische Funktionäre wurden verhaftet, sofern sie nicht ins Ausland geflüchtet waren.

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