Bezirk Ried
Bessere Herzvorsorge in Ried auf Schiene!
Mit großer Freude berichteten Gesundheitslandesrätin Dr. in Silvia Stöger und Landtagsabgeordneter Christian Makor, dass nunmehr die Zeitschiene für den Herzkatheter (Koronarangiografien) in Ried fixiert wurde:
Nach der Sitzung der Bundesgesundheitsagentur am 22. November, für die Gesundheitsminister Alois Stöger bereits seine Zustimmung signalisiert hat, würde noch rund 2-3 Monate Vorbereitung benötigt, führte Silvia Stöger aus. Gerade in Ried sei durch Prim. Brandtner bereits die Vorarbeiten so weitgehend erledigt, so dass einer Inbetriebnahme des Koronarangiografen anfangs 2010 nichts mehr im Weg stehe.
Für Christian Makor stellt diese Entscheidung einen Meilenstein in der Gesundheitsvorsorge im Innviertel dar. Das Innviertel ist zurzeit bei Herzkatheder-Untersuchungen mit Abstand am schlechtesten versorgt (-24%). Das Innviertel braucht daher eine bessere Herzinfarktversorgung durch einen Koronarangiographen, der vor Ort und rasch Herzkathederuntersuchungen präventiv und in der Notfallversorgung ermöglicht. Schließlich geht es um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Die Inviertler/innen zahlen die gleichen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern und haben daher auch das Recht auf eine gleichwertige Versorgung!“.
Der hartnäckige Einsatz von Gesundheits-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger um die Verbesserung der Herzinfarktversorgung und -vorsorge in Oberösterreich hat sich gelohnt. "Es wurde kürzlich auf Landesebene einstimmig den von mir schon lange geforderten zusätzlichen Herzkatheter-Plätzen (Koronarangiografien) in den Spitälern Vöcklabruck, Steyr und Ried endlich zugestimmt", freut sich Stöger über diesen Erfolg. Die Vorbereitungen für den Start dieser neuen Herzstationen sind bereits voll angelaufen.
"Schwerpunktspitäler brauchen eine Herzkatheter-Station. Das gehört heutzutage einfach zu einer zeitgemäßen Diagnostik und Behandlung", betont Landesrätin Stöger. "Es geht nicht nur um Akutfälle, sondern vor allem auch um die Früherkennung beispielsweise von verstopften Herzkranzgefäßen. Die Erfahrung zeigt, dass dort, wo es dieses Angebot gibt, sich die niedergelassenen Ärzte darauf einstellen und mehr Menschen zu diesen Vorsorgeuntersuchungen gehen. Durch Herzkatheter können Herzerkrankungen nicht nur besser, sondern auch rascher behandelt werden. Gerade bei Herzinfarkten ist das entscheidend. Mit den neuen regionalen Herzkatheter-Plätzen kommen wir mit der besten Diagnose- und Behandlungsmethode näher zu den Menschen." Bisher sind nämlich nur Linz und Wels Herzkatheter-Standorte.
Der Betrieb der neuen Geräte soll in Form von Kooperationsmodellen erfolgen. Erfahrene Angiografieteams aus den Herzzentren Linz und Wels werden ihre neuen Kollegen in Steyr, Vöcklabruck und Ried einschulen und zumindest in der Aufbauphase im Regelbetrieb mitarbeiten. "So ist von Beginn an beste Qualität gesichert", betont Stöger. Zudem senken diese Kooperationen die jährlichen Betriebskosten um insgesamt rund eine Million Euro pro Jahr.
Herz-Kreislauferkrankungen sind mit Abstand die Haupttodesursache (jährlich rund 5.300 Tote, das sind 44 % aller Todesfälle in OÖ). Dabei sind erhebliche regionale Unterschiede festzustellen. Nicht nur bei der Herzinfarkt-Sterblichkeit sondern auch bei der Herzinfarktrate liegen die Versorgungsregionen Pyhrn-Eisenwurzen, Traunviertel-Salzkammergut und Innviertel in unserem Bundesland an der Spitze.
Anzahl der Aufnahmen in oö. Spitälern wegen akutem Herzinfarkt 2006, 2007 und 2008 (wohnortbezogen) auf jeweils 10.000 Einwohner:
2006 2007 2008
OÖ Zentralraum Linz-Wels 17,24 16,35 14,47
Pyhrn-Eisenwurzen 20,85 23,97 20,95
Traunviertel/Salzkammergut 21,11 22,43 20,03
Innviertel 18,20 16,02 16,74
OÖ gesamt 18,10 18,34 17,14
Dem völlig entgegengesetzt ist die regionale Verteilung der 2006/07/08 durchgeführten Koronarangiografien bei akutem Herzinfarkt. Anzahl akute Koronarangiografien (wohnortbezogen) in oö. Spitälern je 10.000 Einwohner:
2006 2007 2008
Zentralraum Linz/Wels 11,10 10,32 10,48
Pyhrn-Eisenwurzen 5,73 7,69 7,96
Traunviertel/Salzkammergut 6,32 6,58 6,31
Innviertel 4,81 4,76 5,88
OÖ gesamt 8,54 8,64 8,77
Das bedeutet, dass im Jahr 2008 beinahe 3/4 der Herzinfarkt-Patienten aus dem Zentralraum Linz-Wels (2008 72,43 %; 2007 63,11 %; 2006 64,39 %) eine Koronarangiografie erhalten haben, hingegen lediglich im Schnitt nur rund 1/3 der Herzinfarktpatienten aus den Versorgungsregionen Traunviertel-Salzkammergut (2008 31,5 %; 2007 29,33 %; 2006 29,94 %) sowie Pyhrn-Eisenwurzen (2008 37,99 %; 2007 32,08 %; 2006 27,48 %) und Innviertel (2008 35,13 %; 2007 29,71 %; 2006 26,43 %).