Franz Hochegger
Franz Hochegger: EU erhöht die Quoten und der Handel senkt die Preise
Verfehlte Milchpolitik treibt Bauern in den Ruin
Wieder einmal senken der Handel und Molkereien die Milchpreise und zwingen viele Bauern in die Knie. Durch die enorme Steigerung der Kosten bei Dünger, Diesel, Maschinen und Sozialversicherungsbeiträgen und das sinkende Einkommen herrschen katastrophale Zustände im heimischen Grünland. Kaum hat die EU die Milchquoten erhöht, drücken Molkerein und Handel auf den Milchpreis. Die SPÖ-Bauern haben schon immer vor einer Quotenerhöhung gewarnt und es hat den Anschein als hätte die Industrie nur noch die tatsächliche Quotenaufteilung abgewartet, um mit den Preisen nach unten zu gehen.
Die EU ist in Vorbereitung die Milchquote 2015 abzuschaffen. Um den Bauern die Möglichkeit zu geben, sich darauf einzustellen, hat man im Vorfeld die Aufstockung der Quote beschlossen. Das Ganze nennt man dann „Soft Landing“, zu Deutsch weiche Landung. Für viele wird aber diese weiche Landung zur Bruchlandung, befürchtet Franz Hochegger, Vorsitzender der SPÖ-Bauern.
Weiters darf sich niemand auf den Überschuss ausreden, denn betrachtet man die europaweite Milchbilanz 07/08, stellt man fest, dass 27 EU-Staaten die Quoten um gesamt 2,2 Millionen Tonnen unterliefert haben.
Die SPÖ-Bauern fordern erstens, dass die Quote in Zukunft beibehalten werden muss und zweitens dass die Bäuerinnen und Bauern über Erhalt oder Abschaffung der Quote selbst abstimmen dürfen. „Agrarminister, die für die Abschaffung der Quote stimmen, verstehen nichts von Milchwirtschaft und sollten sofort ausgetauscht werden“, fordert Hochegger energisch.
Bildtext: Dass der Markt den Preis macht stimmt nicht. Obwohl in der EU zu wenig Milch vorhanden ist, fallen die Preise!